Clemens
Botho Goldbach | Anerkennungspreis zum GKW-Förderpreis
2007
*1979 in Köln, lebt in Köln
2000 – 2006 Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie
Münster bei Gunther Keusen und Daniele Buetti, Meisterschüler
www.cbgoldbach.de
Clemens Goldbach macht aus "armen" Dingen, aus Gebrauchs-
und "Alt-material", zuvorderst aus Naturgegenständen,
die dem Wald ent-stammen, aus Materialien von Bau und Straßenbau,
aus Baumarkt und Haushalt, auch Haustiere können vorkommen,
raumgreifende orts-spezifische Installationen. Der Künstler
re-naturiert quasi kulturell determinierte Räume, indem
er in ihnen eine scheinbar natürliche Unordnung inszeniert
oder in sie artifizielle Re-Kreationen von lebendiger Natur
aus versehrten und sterbenden, handwerklich-künstlich miteinander
kombinierten Naturelementen einbaut. Clemens Goldbach ist ein
zeitgemäßer Romantiker. Seine Installationen erwecken
den Schein von freier Natur, zugleich verströmen sie eine
existenzielle, ironisch gebrochene Melancholie. In der rationalistisch-kapitalistisch
dominierten, auf Ausbeutung der natürlichen und geistig-seelischen
Ressourcen festgelegten Lebenswelt opponieren sie gegen diese:
als existenzialistische Gegen-Orte, anarchische Refugien eines
sich beschädigt, zugleich sich machtlos wissenden Subjekts.
Symbolisch insistieren sie auf der letzthinnigen Unerklär-
und Unverfügbarkeit des Lebens und erinnern ästhetisch
die Sehnsucht des Individuums nach seiner Existenz, einem erfüllten
Leben, nach Sinn.
Susanne Schulte
Laudatio zum GWK-Förderpreis 2007